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Vorwort

Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdient habe;
denn dann brauche ich es am meisten.
(gehört von Eugen Drewermann)


Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

Es ist Unglück, sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst.
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

Es ist lächerlich, sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.
(Erich Fried)

Das Leben wäre vielleicht einfacher,
wenn ich dich nicht getroffen hätte.
Es wäre nur nicht mein Leben.
(Erich Fried)



Ein Lächeln, aufgesetzt und berechnend,
ist ein "Nichts".
Ein Hallo, Grüß Gott, Guten Tag und Guten Abend als bloße Worthülse,
ist ein "Nichts".
Ein Händedruck, ohne Empfinden für den anderen,
ist ein "Nichts".
Eine Umarmung, ohne dem anderen nahe sein zu wollen,
ist ein "Nichts".
Ein Kuß, ohne die Seele des anderen zu küssen,
ist ein "Nichts".
Ein Beischlaf aus Pflichtbewußtsein
ist ein "Nichts".
Tue dies alles nicht aus Berechnung und Höflichkeit,
sondern aus Liebe.
(Rainer Bacher)




Über die Liebe

Wir bräuchten wenig,
wenn wir Liebe hätten.
Nicht die Liebe,
die wir mit
Ringen und roten Rosen
auszudrücken meinen.
Nein,
Liebe,
die sich überträgt,
ohne Worte,
wie ein Lächeln im Wind.
(Kristiane Allert-Wybranietz)

Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können,
so sollten wir es in jedem Fall tun.
(Hermann Hesse)

Die Leute wollen nicht gern mit Vertrauen und Liebe bezahlen,
sondern lieber mit Geld und Ware.
(Hermann Hesse)

Liebe ist das Einzige,
was nicht weniger wird,
wenn wir es verschwenden.
(Albert Schweitzer)

Wer liebt, erschafft die Liebe.
(Anthony de Mello)




Liebe zu wem?

Von der Schauspielerin Z hieß es, sie habe sich aus unglücklicher Liebe umgebracht. Herr Keuner sagte: "Sie hat sich aus Liebe zu sich selbst umgebracht. Den X kann sie jedenfalls nicht geliebt haben. Denn sonst hätte sie ihm das wohl kaum angetan.
Liebe ist der Wunsch, etwas zu geben, nicht zu erhalten. Liebe ist die Kunst, etwas zu produzieren mit den Fähigkeiten des anderen. Dazu braucht man von dem anderen Achtung und Zuneigung. Das kann man sich immer verschaffen. Der übermäßige Wunsch, geliebt zu werden, hat wenig mit echter Liebe zu tun. Selbstliebe hat immer etwas Selbstmörderisches."
(Bert Brecht)

Drei schlichte, aber überwältigend starke Leidenschaften
haben mein Leben bestimmt:
das Verlangen nach Liebe,
das Streben nach Wissen
und das unerträgliche Mitgefühl
für die Leiden der Menschheit.
(Bertrand Russell)

Auf die Frage, warum er keine Kinder haben wolle, antwortete Thales von Milet:
"Aus Liebe zu den Kindern."
(aus der "Philosophischen Hintertreppe")



The place to be happy is here.
The time to be happy is now.
The way to be happy
is to make others happy.
(Ma Yogashakti Saraswati)

I will travel through this life but one time.
Any good thing that I can do or any kind act that I can show to any other person, I must do now.
I must not put it off, or choose not to do it, for I will not come this way again.
(Stephen Grellet)

The best parts of a good person´s life
are the little secret acts of love that no one remembers.
(William Wordsworth)

If you help others, forget it.
If others help you, remember it.
(Chilon)



Forced to choose between turning against my country or turning against my friend,
I pray that I would have the strength to turn against my country.
(E. M. Forster)

We have enough religion to make us hate,
but not enough to make us love each other.
(Jonathan Swift)

The living need love more than the dead.
(George Arnold)



If you build love on good looks,
it will die as quickly as the good looks die.
(John Donne)

Man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
(Antoine de St.-Exupéry)

Mit der Liebe und der Entfernung
ist es wie mit dem Feuer und dem Wind:
Ist das Feuer zu schwach, bläßt es der Wind aus.
Ist es aber groß, so wird es noch größer.
(unbekannt)

Gefühle kann man nicht beschreiben, nur geben...
und auch das nicht immer, denn man kann sie auch zurückhalten -
aus Scheu,
aus Angst,
aus Rücksichtnahme,
aus Trotz
und Unsicherheit.
Wenn ich könnte würde ich dir meine per Post schicken,
als Einschreiben - streng vertraulich - und mit Rückporto...
man kann ja nie wissen.
(Kristiane Allert-Wybranietz)


Liebevolle Gedanken an dich

In deinen Armen liegen und wissen, nicht bleiben zu können.
In deinen Augen versinken und wissen, wieder auftauchen zu müssen.
In deiner Nähe ertrinken und wissen, doch nicht daran zu sterben.
Sich dir öffnen können und wissen, nicht ausgeraubt zu werden.
Das mag wohl Liebe sein.
(Kristiane Allert-Wybranietz)



Om

cover
Buchempfehlung:

Titel:Siddhartha. Eine indische Dichtung.
Autor:Hermann Hesse
Preis: EUR 6,50
Gebraucht: EUR 0,45
Obwohl er nahe der Vollendung war, und an seiner letzten Wunde trug, schien ihm doch, diese Kindermenschen seien seine Brüder, ihre Eitelkeiten, Begehrlichkeiten und Lächerlichkeiten verloren das Lächerliche für ihn, wurden begreiflich, wurden liebenswert, wurden ihm sogar verehrungswürdig. Die blinde Liebe einer Mutter zu ihrem Kind, den dummen, blinden Stolz eines eingebildeten Vaters auf sein einziges Söhnlein, das blinde, wilde Streben nach Schmuck und nach bewundernden Männeraugen bei einem jungen, eitlen Weibe, alle diese Triebe, alle diese Kindereien, alle diese einfachen, törichten, aber ungeheuer starken, stark lebenden, stark sich durchsetzenden Triebe und Begehrlichkeiten waren für Siddhartha jetzt keine Kindereien mehr, er sah um ihretwillen die Menschen leben, sah sie um ihretwillen Unendliches leisten, Reisen tun, Kriege führen, Unendliches leiden, Unendliches ertragen, und er konnte sie dafür lieben, er sah das Leben, das Lebendige, das Unzerstörbare, das Brahman in jeder ihrer Leidenschaften, jeder ihrer Taten. Liebenswert und bewundernswert waren diese Menschen in ihrer blinden Treue, ihrer blinden Stärke und Zähigkeit.
(aus Hermann Hesse: Siddhartha)

Hört auf, das Böse überwinden zu wollen durch das Böse. Bekämpft nicht ewig die eine Hölle, indem ihr die andere öffnet. Setzt die Kraft der Liebe gegen alles, was zerstört; sie ist das einzig Konstruktive.
(Ein Mann aus Nazareth im Angesicht seines eigenen Todes)


Finger weg!

Vom Standpunkt eines Konsumenten aus gesehen ist das Produkt Liebe äußerst bedenklich:
kein Ablaufdatum,
keine Garantie,
keine Beschreibung möglicher Nebenwirkungen,
kein durchschaubares Preis-Leistungs-Verhältnis,
keine Qualitätskriterien,
kein Rückgabe- und Umtauschrecht,
keine Versicherungsmöglichkeit.

Also: Finger weg!
(Ernst Ferstl)



Gesetzlosigkeit

Für Liebende gelten die Gesetze der Schwerkraft nicht.
Wenn sie sich in die Arme schließen, öffnen sie sich -
wenn sie loslassen, finden sie festen Halt -
wenn sie sich fallen lassen, schweben sie Richtung Himmel.
(Ernst Ferstl)

Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben - aber es hat ganz genau so viel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind. Weil der Einzelne das nur unvollkommen vermag, hat man in den Religionen und Philosophien versucht, die Frage tröstend zu beantworten.
Diese Antworten laufen alle auf das Gleiche hinaus: den Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe. Das heißt: je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben.
(Hermann Hesse)

Man muß ein halbes Leben daranwenden, um einzusehen, daß sich die Waage des Daseins nur im Gleichgewicht halten lässt, wenn man zweierlei in die Schalen legt: Geduld und Liebe.
(K. H. Waggerl)

Nur ein anderer Mensch mit seiner Liebe kann dir sagen: Dich müsste man erfinden, wenn es dich nicht gäbe!
(Eugen Drewermann)

Es gibt nicht ein Reich der Lebenden und ein Reich der Toten.
Es gibt nur ein einziges Reich der Liebe, in dem wir auf immer gemeinsam sind.
(Georges Bernanos in seinem Roman ´Tagebuch eines Landpfarrers´)



VERMEHRUNG

Begonnen
hat unsere Beziehung
mit einem herzlichen Lächeln.

Hast du
schon bemerkt,
was daraus
geworden ist?

Es sind
zwei lachende Herzen.
(Ernst Ferstl)

Güte in den Worten erzeugt Vertrauen;
Güte im Denken erzeugt Tiefe;
Güte beim Verschenken erzeugt Liebe.
(Lao-tse)


Eine Bhakti-Yoga-Legende
(Bhakti-Yoga ist der Weg der selbstlosen Liebe)


Ein reicher Mann, dem alles Glück der Erde beschieden war, wurde plötzlich vom Unglück verfolgt. Seine Frau wurde ihm genommen, seine Kinder verließen ihn, er verlor allen Besitz und allen Reichtum. Auch seine Freunde verließen ihn.
Nur sein treuer Hund begleitete ihn bis zum Lebensende. Er blieb seinem Herrn in Liebe zugetan, selbst als beide Bettler waren und Hunger leiden mussten.
Mit Fassung trugen sie ihr Elend und landeten schließlich vor der Himmelspforte. Der Pförtner schaute im Buch des Lebens nach und fand den Namen des Mannes. „Komm herein!“ sagte er und aller Glanz des Himmels wurde beim Öffnen der Türe sichtbar. „Aber ohne Hund! Tiere haben im Himmel keinen Zutritt!“
Da antwortete der Mann ohne Zögern: „Mein Hund ist auch ein Geschöpf Gottes. Es ist das einzige Wesen, das mir ein Leben lang selbst in bitterster Not in Liebe ergeben war. Ich werde ihn nicht verlassen. Lieber verzichte ich auf den Himmel.“ Er drehte sich um und wollte gehen.
Im selben Moment erschien Gott persönlich und sprach: „Du hast soeben deine letzte Prüfung bestanden. Du hättest aus Liebe zu einem Tier sogar auf den Himmel verzichtet. Kommt beide herein!“



Was die Bibel mit der Geburt Jesu in Bethlehem meint, hat indessen noch einen deutlich anderen Akzent. Im Grunde erzählt die Legende von der Geburt Jesu davon, dass ein Kontrast vorhanden ist. Man bewundert in den Tagen Jesu Kaiser Augustus. Das ist ein Programm, das wir heute noch in der amerikanischen Philosophie vom Frieden, in der Nato-Philosophie von Verantwortung etabliert finden: Friede wird sein, wenn überall römische Legionen dafür sorgen, dass die Völker Untertanen Roms bleiben. Man hat ein einheitliches Recht, eine einheitliche Sprache, man legt Wasserleitungen und entwickelt die Kultur, und im Übrigen hat man ein Recht, die Welt für sich zu nutzen. Friede ist Zentralismus von Herrschaft und Gewalt. Das ist die Definition: Du hast den Frieden, wenn du stark genug bist, gegen jeden Feind, der diese Art von definierter Regierungsform stören könnte, brutal mit Krieg vorzugehen. Genau gegen das, was das Römische Reich und eigentlich die ganze abendländische Politik und Kultur entwickelt haben, setzt das Bild von Bethlehem den wirklichen König. Das Neue Testament möchte sagen, die Vorstellung von dem wahren König hat nichts mehr zu tun mit König David, hat nichts zu tun mit Kaiser Augustus. Wenn Gott im menschlichen Herzen wirklich Macht ergreift, dann lehrt er, die Welt aus der Perspektive der Notleidenden zu betrachten, nicht der Regierenden. Dann ist die Frage nicht mehr, wie kann man Stimmen einfangen, wie kann man Geld aufhäufen, wie kann man Macht akkumulieren. Dann ist die wirkliche Frage, was brauchen die Menschen, die nicht ein noch aus wissen? Wie hilft man den moralisch Entrechteten, wie hilft man den sozial Ausgegrenzten, wie hilft man den psychisch am Rande Stehenden? Das wir die Frage sein. Und wer ihr folgt mit ganzem Herzen, wird eine unglaubliche Macht haben, einfach weil er sie gar nicht haben will. Es ist in dieser Welt nur nötig, ein wenig die Sprache der Liebe zu reden. Und das hat eine enorme Sogkraft.
(Eugen Drewermann)



Die folgenden Geschichten sind aus Anthony de Mellos Bücher
"Eine Minute Unsinn", "Eine Minute Weisheit", "Warum der Schäfer jedes Wetter liebt", "Wer bringt das Pferd zum Fliegen?", "Warum der Vogel singt" und "Zeiten des Glücks"


Der einzige Fortschritt

Der Meister klagte über die Übel des Konkurrenzkampfes.
"Holen Wettbewerb und Konkurrenzkampf nicht das Beste aus uns heraus?" fragte jemand.
"Sie holen das Schlimmste aus uns heraus, denn sie lehren dich das Hassen."
"Was hassen?"
"Dich selbst - denn du läßt zu, daß deine Aktivität von deinem Konkurrenten bestimmt wird und nicht von deinen Erfordernissen und Grenzen. Andere - denn du versuchst, auf ihre Kosten vorwärtszukommen."
"Das hieße dann aber, alle Veränderung und allen Fortschritt zu Grabe zu tragen", erhob einer Widerspruch.
Sagte der Meister: "Der einzige Fortschritt, den es gibt, ist der Fortschritt der Liebe. Die einzige Veränderung, die wert ist, erstrebt zu werden, ist die Veränderung des Herzens."




Die Weißen oder die Schwarzen?

Ein Schäfer weidete seine Schafe, als ihn ein Spaziergänger ansprach.
"Sie haben aber eine schöne Schafherde. Darf ich Sie etwas in bezug auf die Schafe fragen?" - "Natürlich", sagte der Schäfer. Sagte der Mann: "Wie weit laufen ihre Schafe ungefähr am Tag?" - "Welche, die weißen oder die schwarzen?" - "Die weißen." - "Die weißen laufen ungefähr vier Meilen täglich." - "Und die schwarzen?" - "Die Schwarzen genausoviel."
"Und wieviel Gras fressen sie täglich?" - "Welche, die weißen oder die schwarzen?" - "Die weißen." - "Die weißen fressen ungefähr vier Pfund Gras täglich." - "Und die schwarzen?" - "Die schwarzen auch."
"Und wieviel Wolle geben sie ungefähr jedes Jahr?" - "Welche, die weißen oder die schwarzen?" - "Die weißen." - "Nun ja, ich würde sagen, die weißen geben jedes Jahr ungefähr sechs Pfund Wolle zur Schurzeit." - "Und die schwarzen?" - "Die schwarzen genausoviel."
Der Spaziergänger war erstaunt. "Darf ich Sie fragen, warum Sie die eigenartige Gewohnheit haben, Ihre Schafe bei jeder Frage in schwarze und weiße aufzuteilen?" - "Das ist doch ganz natürlich", erwiderte der Schäfer, "die weißen gehören mir, müssen Sie wissen." - "Ach so! Und die schwarzen?" - "Die schwarzen auch", sagte der Schäfer.

Der menschliche Verstand schafft törichte Kategorien, wo Liebe nur eine sieht.



Möchtest du wirklich gerne leben? Genieße deine Sinne, deinen Geist. Lerne deine Arbeit schätzen, die Natur, erlebe die Berge und den Wald, eine sternenklare Nacht. Meide große Menschenansammlungen. Lerne, allein zu sein. In der Einsamkeit wird die Liebe entstehen.



Die vollkommene Liebe vertreibt unsere Angst, denn sie hat keine Wünsche, keine Ansprüche, sie schachert nicht, sie beurteilt nicht, hat keine negativen Befürchtungen. Die Liebe ist einfach, ist da, sieht und handelt.



Löwenzahn

Ein Mann, der sehr stolz auf seinen Rasen war, stand plötzlich vor einer mit Löwenzahn übersäten Wiese. Er versuchte alles nur Denkbare, um den Löwenzahn loszuwerden, aber der kam immer wieder.
Schließlich schrieb er an das Landwirtschaftsministerium. Er zählte auf, was er alles versucht hatte, und schloss mit der Frage: "Was soll ich jetzt tun?" Zu gegebener Zeit kam die Antwort: "Wie wär´s, wenn Sie versuchten, ihn schön zu finden und den Löwenzahn zu lieben?"

Auch ich hatte einen Rasen, auf den ich stolz war, und auch ich wurde von Löwenzahn heimgesucht, den ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln beseitigen wollte. Es war also nicht leicht, ihn schön zu finden.
Ich begann, jeden Tag mit dem Löwenzahn zu reden, herzlich, freundlich. Er antwortete nur mit verdrossenem Schweigen. Die Pflanzen litten noch unter dem Krieg, den ich gegen sie geführt hatte. Wahrscheinlich kamen ihnen meine Beweggründe auch etwas verdächtig vor.
Aber nicht lange, dann lächelten sie zurück, und entspannten sich. Und antworteten sogar auf das, was ich ihnen sagte. Bald waren wir gute Freunde.
Mein Rasen war natürlich verdorben. Aber wie schön wurde mein Garten!

Er wurde nach und nach blind. Und er kämpfte dagegen mit allen in seiner Macht stehenden Mitteln. Und als die Medizin nichts mehr ausrichten konnte, wehrte er sich mit Emotionen. Ich brauchte Mut, ihm zu sagen: "Ich schlage vor, du lernst deine Blindheit zu lieben."
Es war ein Kampf. Zunächst weigerte er sich, sich auf irgendetwas einzulassen, auch nur ein einziges Wort dazu zu sagen. Und als er sich schließlich überwand, mit seiner Blindheit zu sprechen, waren seine Worte böse und bitter. Aber er sprach weiter, und langsam änderten sich seine Worte und drückten nun Resignation, Toleranz und Einwilligung aus. Und eines Tages wurden sie zu seinem großen Erstaunen freundlich und liebevoll. Dann kam der Tag, als er seine Blindheit umarmen und sagen konnte: "Ich liebe dich." An diesem Tag sah ich ihn wieder lächeln, und wie anziehend war dieses Lächeln!
Seine Sehkraft war natürlich für immer verloren. Aber wie schön wurde sein Gesicht, viel schöner als zuvor, ehe Blindheit sein Leben teilte.


Revolution

Es gab Regeln im Kloster, aber der Meister rief immer zur Vorsicht gegenüber der Tyrannei des Gesetzes auf.
"Gehorsam hält die Regeln ein", pflegte er zu sagen, "Liebe weiß, wann sie zu brechen sind."


Offenbarung

Die Mönche eines Nachbarklosters baten den Meister um Hilfe in einem Streit, der unter ihnen ausgebrochen war. Sie hatten den Meister sagen hören, seine Technik garantiere jeder Gruppe Liebe und Harmonie.
Bei dieser Gelegenheit gab er sie preis: "Jedes Mal, wenn ihr mit irgendjemand zusammen seid oder an jemand denkt, müßt ihr euch sagen: ich sterbe und diese Person stirbt auch, und dabei versuchen, die Wahrheit dieser Worte, die ihr sprecht, wirklich zu erfassen. Wenn jeder von euch dazu bereit ist, wird jede Gereiztheit vergehen und Harmonie sich ausbreiten."
Nach diesen Worten ging er.



Je mehr du die anderen liebst, desto besser kommst du ohne sie aus.
Je mehr du die anderen liebst, desto besser kommst du mit ihnen aus.



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