Nach den anerkannten flugmechanischen Gesetzen
kann die Hummel aufgrund ihrer Gestalt und ihres Gewichtes
im Vergleich zur Flügelfläche nicht fliegen.
Aber die Hummel weiß es nicht und fliegt trotzdem.
(Rolf Schneider)
Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.
Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.
(Douglas Adams)
Fehler, die wir einsehen, können nicht mehr ins Auge gehen.
(Ernst Ferstl)
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt worden, wie der Verstand.
Jeder glaubt, genug davon mitbekommen zu haben.
(Billy Graham)
Ein Diplomat ist jemand, der zweimal überlegt, bevor er nichts sagt.
(Winston Churchill)
Wenn man im Mittelpunkt einer Party stehen will,
darf man nicht hingehen.
(unbekannt)
Lächeln ist billiger als elektrischer Strom.
Und gibt mehr Licht!
(Schottisches Sprichwort)
Das Lächeln ist der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen.
(Henry Sokal)
Das Internet und das Fernsehen haben aus der Welt wieder eine Scheibe gemacht.
(unbekannt)
Der Bundesminister für Forschung und Technologie warnt:
- Achtung: Die grundlegenden Partikel dieses Monitors werden durch eine Gluonenkraft zusammengehalten, über die wenig bekannt ist. Sein fortdauernder Zusammenhalt unterliegt daher nicht der Garantie.
- Entsorgungshinweis der Industrie: Dieser Monitor besteht zu 100% aus Materie. Im unwahrscheinlichen Fall, dass er mit Antimaterie in Berührung kommen sollte, ist eine gewisse spontane Energieausschüttung (z. Bsp. in Form einer Explosion) unvermeidbar und kein Zeichen geringer Qualität.
- Vorsicht: Dieser Monitor zieht jeden anderen materiellen Gegenstand des gesamten bekannten Weltraums - unter Einschluss der Monitore anderer Hersteller - mit einer Kraft proportional dem Massenprodukt beider Gegenstände und umgekehrt proportional ihrer wechselseitigen Entfernung an.
(Susan Hewitt und Edward Subitzky)
(aus dem Englischen übersetzt von Fritz Jörn)
People are different from all other animals because we can laugh.
(Joseph Addison)
Den Friedensnobelpreis hätten eigentlich die Eskimos verdient.
Sie kennen den Krieg nicht einmal dem Namen nach.
(Svend Fleuron)
Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen;
aber sie haben keine Bedenken, dies mit leerem Kopf zu tun.
(Orson Welles)
Das Schicksal der Welt hängt heute in erster Linie
von den Staatsmännern ab, in zweiter Linie von den Dolmetschern.
(unbekannt)
Langeweile ist etwas, was die Natur nicht kennt,
sie ist eine Erfindung der Städter.
(Hermann Hesse)
Auch im Osten trägt man Westen.
(unbekannt)
Die Zukunft war früher auch besser.
(Karl Valentin)
Naheliegendes
Die wir lieben,
liegen uns
am Herzen.
Die wir nicht lieben,
liegen uns auch,
allerdings
etwas
tiefer.
(Ernst Ferstl)
Gerade weil wir alle in einem Boot sitzen,
sollten wir heilfroh darüber sein,
dass nicht alle auf unserer Seite stehen.
(Ernst Ferstl)
Bienheureux ceux qui savent rire d`eux-mêmes:
ils n´ont pas fini de s´amuser.
Glücklich diejenigen, die über sich selbst lachen können:
Sie werden nie aufhören, sich zu amüsieren.
(Joseph Folliet)
Ein elsäßischer Politiker war zu einer politischen Versammlung nach Paris eingeladen worden, wo auch er einen Vortrag halten sollte. Nun redeten manche Elsäßer nicht das beste Französisch und so kam es, dass der ganze Saal das Lachen anfing, als der gute Mann statt
"Mes projets sont détruits"
- was soviel wie
"Meine Projekte sind zerstört" bedeutet -
"Mes brochets sont des truites"
- "Meine Hechte sind Forellen" - sagte.
Alex reist nach Indien. Er entscheidet sich zu fliegen. Es ist das erste Mal für ihn und er hat ordentlich Respekt davor. Nachdem dann doch alles gutgegangen ist, wird er gefragt, wie sein erster Flug denn verlaufen sei.
"Es hat prima geklappt", antwortet er, "ich war sehr vorsichtig! Ehrlich gesagt hab´ ich es nicht gewagt, mich mit meinem ganzen Gewicht hinzusetzen."
Wer einmal ein Rind auf einer Wiese und die Teilnehmer eines Kongresses beim kalten Büfett beobachtet hat, wird erkennen, wo mehr Weisheit ist.
(Klaus Mohr)
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, daß man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
(Kurt Tucholsky)
Die Mode ist das wichtigste Mittel der Textilindustrie gegen die zunehmende Haltbarkeit der Stoffe.
(Emilio Schuberth)
Niemand auf der Welt bekommt so viel dummes Zeug zu hören wie die Bilder in einem Museum.
(Jules de Goncourt)
Mit den Menschen ist es wie mit den Autos:
Laster sind schwer zu bremsen.
(Heinz Erhardt)
Vergib stets deinen Feinden. Nichts ärgert sie so.
(Oscar Wilde)
Ein Kongreß ist eine Sitzung, bei der viele hineingehen, und wenig herauskommt.
(Walter Finck)
Wer einen Orden nötig hat, beweist nur, daß er keinen verdient.
Und wer ihn verdient, hat ihn nicht nötig.
(Martin Keese)
Ein Masseur bekommt Geld für Dinge, für die jeder andere Ohrfeigen erhalten würde.
(unbekannt)
Die Stadt M. darf sich auf den Neubau eines "Medien-Erlebnis-Komplexes" freuen, kündigen die Stadtväter an.
Bisher hieß diese Einrichtung altmodisch Stadtbücherei.
(Zeitungsmeldung)
Ein Mitgiftjäger verdankt seiner ersten Frau sein Vermögen und seine zweite Frau seinem Vermögen.
(unbekannt)
Eine Familie ist ein steuerlich begünstigter Kleinbetrieb zur Herstellung von Steuerzahlern.
(Wolfram Weidner)
Ein Magen mit einem Lautsprecher auf der einen Seite und einem Auspuff auf der anderen nennt man Baby.
(Jerry Lewis)
Kinder sind das einzige, was in einem modernen Haushalt noch mit der Hand gewaschen werden muß.
(unbekannt)
Die Fahrt mit dem Fahrrad zum Büro ist eine echte Alternative zum Heimtrainer.
(Helmut Kleinhorst)
Ein HUP ist die Zeitspanne zwischen dem Aufleuchten des grünen Lichts einer Ampel und dem Beginn des Hupkonzerts hinter dem ersten Wagen.
(unbekannt)
Bei manchem ist eine Schraube locker, weil es mit der Mutter nicht stimmte.
(Werner Horand)
Lieblingsgericht von Indern in der Schweiz:
Butter-New Delhi
(Butter-Nüdeli).
(Eriko Watanabe)
Es würde mir nicht im Traum einfallen, einem Club beizutreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen.
(Groucho Marx)
Graffiti-Sprüche...
Gibt es intelligente Wesen auf der Erde?
JA, ABER ICH BIN NUR ZU BESUCH HIER.
... an einer Betonwand einer tristen Großstadt
Menschen, die ihr Wissen nur aus Büchern haben,
kann man getrost ins Regal stellen...
... und im Fahrstuhl einer Universität.
Theorie ist, was stimmt, aber nicht klappt...
(unbekannt)
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod.
(Bastian Sick)
D´un écrivain africain anonyme:
Cher frère blanc,
Quand je suis né, j´étais noir.
Quand j´ai grandi, j´étais noir.
Quand je vais au soleil, je suis noir.
Quand j´ai froid, je reste noir.
Quand j´ai peur, je suis noir.
Quand je suis malade, je suis noir.
Quand je mourrai, je serais noir.
Tandis que toi, homme blanc...
Quand tu es né, tu étais rosé.
Quand tu as grandi, tu étais blanc.
Quand tu vas au soleil, tu es rouge.
Quand tu as froid, tu deviens bleu.
Quand tu as peur, tu es vert.
Quand tu es malade, tu es jaune.
Quand tu mourras, tu seras gris.
...et après ca, tu as le toupet de m´appeler
HOMME DE COULEUR!
Von einem anonymen afrikanischen Schreiber:
Lieber weißer Bruder,
Als ich geboren wurde, war ich schwarz.
Als ich aufgewachsen bin, war ich schwarz.
Wenn ich in die Sonne gehe, bin ich schwarz.
Wenn es mich friert, bleibe ich schwarz.
Wenn ich Angst habe, bin ich schwarz.
Wenn ich krank bin, bin ich schwarz.
Wenn ich sterben werde, werde ich schwarz sein.
Während du, weißer Mann...
Als du geboren wurdest, warst du rosa.
Als du aufgewachsen bist, warst du weiß.
Wenn du in die Sonne gehst, bist du rot.
Wenn es dich friert, wirst du blau.
Wenn du Angst hast, bist du grün.
Wenn du krank bist, bist du gelb.
Wenn du sterben wirst, wirst du grau sein.
...und nach all dem, hast du den Mut, mich FARBIGER zu nennen!
Thales von Milet wurde immer wieder von seiner Mutter und seinen Freunden zum Heiraten gedrängt. Ständig fragten sie ihn, wann er denn heirate. Er antwortete immer: "Noch ist nicht die Zeit dazu."
Als ihm die Fragerei eines Tages zu blöd wurde, versuchte er sich Abhilfe zu schaffen. Auf die Frage, wann er denn heirate, meinte er diesmal: "Nun ist die Zeit dazu vorüber."
(aus der "Philosophischen Hintertreppe")
Das Kursbuch
Ein Mensch ist der Bewundrung voll:
Nein, so ein Kursbuch - einfach toll!
Mit wieviel Hirn ist das gemacht!?
An jeden Anschluß ist gedacht!
Es ist der reinste Zauberschlüssel -
Ob München-Kassel, Bremen-Brüssel,
Ob Omnibus, ob Bahn, ob Schiff -
Man findet´s leicht - auf einen Griff!
Dabei sind auch noch Güterzüge
In das verwirrende Gefüge
Des Fahrplans ständig eingeschoben,
Die Bahn kann nicht genug man loben!
Der Mensch, in eitlem Selbstbespiegeln,
Rühmt sich, dies Buch mit sieben Siegeln
Zu lesen leicht, von vorn bis hinten,
Trotz seiner vielbesprochnen Finten.
Schon fährt der Mensch nach Osnabrück,
Und möcht am Abend noch zurück:
Und sieht, gedachten Zug betreffend,
Erst jetzt ein kleines f, ihn äffend;
Und ganz versteckt steht irgendwo:
„f) Zug fährt täglich, außer Mo.“
Der Mensch, der so die Bahn gelobt,
Sitzt jetzt im Wartesaal und tobt.
Und was er übers Kursbuch sagt,
Wird hier zu schreiben nicht gewagt.
(Eugen Roth)
Ein Großvater fährt mit seinem Enkel im Schnellzug. Das Abteil ist voll besetzt. Der Enkel, ein sehr lebhaftes Kind, hüpft unruhig hin und her und beschmutzt mit seinen Schuhen die Kleider der Fahrgäste, deren Empörung sich langsam dem Siedepunkt nähert ... Nur der Opa bewahrt die Ruhe und sagt hin und wieder: „Ruhe Michael ... !“ „Ruhe Michael ... !“ – Plötzlich platzt einem Gast der Kragenknopf und er herrscht den Opa an: „Merken Sie denn nicht, dass Ihr Michael überhaupt nicht auf Sie hört?!“ Da antwortet ruhig der Opa: „Sie missverstehen die Situation! Mein Enkel heißt nicht Michael. Ich heiße Michael!“ Opa hatte als Einziger die Zügel in der Hand behalten ...
Er übte Selbstbeherrschung – RAJA-YOGA.
(Franz Krabichler)
Ein planmäßiges Leben ist – wie das Wort schon sagt – flach und mäßig.
Warum Strohköpfe nicht nachdenken? Ein Geistesblitz wäre brandgefährlich.
Die Intelligenz sitzt in den kleinen grauen Zellen – vor allem im Polizeistaat.
Was ist der Mensch? Ein heruntergekommener Baumbewohner.
Operation: einschneidendes Erlebnis.
(jeweils von Alexander Eilers)
Die folgenden Geschichten sind aus Anthony de Mellos Bücher
"Eine Minute Unsinn", "Eine Minute Weisheit", "Warum der Schäfer jedes Wetter liebt", "Wer bringt das Pferd zum Fliegen?" und "Zeiten des Glücks"
Die Katze des Gurus
Jeden Abend, wenn der Guru sich zur Andacht niederließ, pflegte die Ashram-Katze herumzustreunen und die Beter abzulenken. Also ließ er die Katze während des Abendgottesdienstes anbinden.
Lange nach dem Tode des Gurus wurde die Katze stets während des Abendgottesdienstes angebunden. Und als die Katze schließlich starb, wurde eine andere Katze in den Ashram gebracht, so dass man sie ordnungsgemäß während des Abendgottesdienstes anbinden konnte.
Jahrhunderte später schrieben die Schüler des Gurus gelehrte Abhandlungen darüber, welche wichtige Rolle eine Katze in jedem ordentlich gestalteten Gottesdienst spielte.
Die Regentante
Es war zur festen Gewohnheit geworden, jedes Jahr ihre fromme Tante einzuladen, wenn sie ein Gartenfest veranstalteten. In diesem Jahr vergaßen sie es. Als die Einladung doch noch in letzter Minute eintraf, sagte sie: „Jetzt ist es zu spät. Ich habe schon um Regen gebetet.“
Beschränktheit mit erweitertem Horizont oder Reisen bildet
Der Prediger war in verschiedene fremde Länder unterwegs. Sagten die Schüler: „Glaubst du, dass Reisen den Geist weiter werden lässt?“
„Nein“, gab der Meister zur Antwort, „es weitet nur seine Beschränktheit auf ein größeres Gebiet aus.“
Der Zigeuner in uns
In einer kleinen Grenzstadt lebte ein alter Mann schon fünfzig Jahre im gleichen Haus.
Eines Tages zog er zum großen Erstaunen seiner Umgebung in das Nachbarhaus um. Reporter der Lokalzeitung sprachen bei ihm vor, um ihn nach dem Grund zu fragen.
„Ich glaube, das ist der Zigeuner in mir“, sagte er mit selbstzufriedenem Lächeln.“
Der tiefe Sinn des Walnussholzes
Wie Jesus vor Jahrhunderten, warnte der Meister die Leute vor der Religion, weil sie, sich selbst überlassen, blinden Gesetzesgehorsam rechtfertigt. Und so erklärte er dies: Ein Unteroffizier fragte während der Gewehrausbildung eine Gruppe Rekruten, warum für den Gewehrschaft Walnussholz verwendet wird.
„Weil es widerstandsfähiger ist“, antwortete einer.
„Falsch!“
„Weil es eine größere Elastizität hat“, sagte ein anderer.
„Auch falsch!“
„Vielleicht weil es glatter ist als andere Hölzer“, sagte ein dritter.
„Mach dich nicht lächerlich!“, sagte der Unteroffizier. „Walnussholz wird deshalb verwendet, weil es in den Vorschriften steht.“
Der Wassermelonenfall
Drei Jungen, die beschuldigt wurden, Wassermelonen gestohlen zu haben, wurden vor Gericht gebracht und schauten in schlimmer Erwartung unruhig auf den Richter, der als strenger Mann bekannt war.
Doch er war auch ein kluger Pädagoge. Er klopfte mit seinem Hammer auf den Tisch und sagte: „Jeder hier Anwesende, der als Junge nie eine Wassermelone gestohlen hat, möge bitte die Hand heben.“ Er wartete. Die Gerichtsbeamten, die Polizisten, die Zuschauer und der Richter selbst ließen ihre Hände vor sich auf den Bänken liegen.
Nachdem er sich überzeugt hatte, dass sich nicht eine einzige Hand erhoben hatte, sagte der Richter: „Fall abgewiesen.“
Vergiss und lach!
Als der Meister ein Schuljunge war, quälte ihn andauernd ein Klassenkamerad.
Älter geworden und reumütig, besuchte dieser das Kloster und wurde mit offenen Armen empfangen.
Eines Tages kam er auf das Thema seiner früheren Quälsucht zu sprechen, doch der Meister schien nichts mehr davon zu wissen.
Sagte der Besucher: „Erinnerst du dich nicht?“
Sagte der Meister: „Ich erinnere mich genau, dass ich es vergessen habe.“
Und beide schüttelten sich vor Lachen.
Absage chinesisch
Ablehnungsschreiben eines chinesischen Verlages, der dem Autor ein Manuskript zurückschickt. „Wir haben ihr Manuskript mit besonderem Genuss gelesen. Wir fürchten jedoch, sollten wir Ihre hervorragende Arbeit veröffentlichen, dass wir in Zukunft nicht mehr die Möglichkeit hätten, eine andere Arbeit, die nicht diesen von Ihnen gesetzten Standard erreicht, herausbringen zu können. Und wir können uns nicht vorstellen, wie in den nächsten hundert Jahren ein anderes Werk dem Ihren gleichkommen könnte. So sind wir zu unserem tiefsten Bedauern gezwungen, Ihr außerordentliches Essay zurückzuschicken. Zugleich bitten wir tausendmal um Entschuldigung für unsere Kurzsichtigkeit und Ängstlichkeit.“
Keine Probleme
Eine Religionsgemeinschaft pflegte ihre Veranstaltungen in einem Hotel abzuhalten, dessen Devise in großen Lettern an den Wänden der Empfangshalle stand: "Es gibt keine Probleme, nur Chancen."
Ein Mann trat an die Rezeption und sagte: "Entschuldigung, ich habe ein Problem."
Der Empfangschef erwiderte lächelnd: "Wir kennen keine Probleme, Sir, nur Chancen."
"Nennen Sie es, wie Sie wollen", sagte der Mann ungeduldig, "in dem mir zugewiesenen Zimmer ist eine Frau."
Die genaue Mischung
Wahrheit läßt sich im allgemeinen nicht in Statistiken finden
Nasrudin wurde verhaftet und unter der Beschuldigung vor Gericht gestellt, er hätte in seinem Restaurant Pferdefleisch unter die panierten Hühnerschnitzel gemengt.
Ehe der Richter sein Urteil sprach, wollte er wissen, in welchem Verhältnis er Pferde- mit Hühnerfleisch vermischt habe. Unter Eid bekannte Nasrudin: "50:50, Euer Ehren."
Nach der Verhandlung fragte ihn ein Freund, was genau 50:50 bedeute. Sagte Nasrudin: "Ein Pferd auf ein Huhn."
Genauso alt
Arzt: "Der Schmerz in Ihrem Bein ist auf Ihr hohes Alter zurückzuführen."
Patient: "Verkaufen Sie mich nicht für dumm! Das andere Bein ist genauso alt."
Zu seinem Wort stehen
Richter: "Wie alt sind Sie?"
Sträfling: "Zweiundzwanzig, Sir."
Richter: "Das erzählen Sie uns schon seit zehn Jahren."
Sträfling: "Das stimmt, Sir. Ich gehöre nicht zu denen, die heute so reden und morgen so."
Natürlich fahren Sie nach Kalkutta!
Manchmal verbirgt sich Wahrheit hinter Aufrichtigkeit...
Zwei Handelsvertreter treffen sich auf einem Bahnsteig.
"Hallo."
"Hallo."
Schweigen.
"Wohin fahren Sie?"
"Kalkutta."
Schweigen.
"Hören Sie! Wenn Sie sagen, Sie fahren nach Kalkutta, wissen Sie genau, daß ich denke, in Wirklichkeit fahren Sie nach Bombay. Aber nun weiß ich zufällig, daß Sie tatsächlich nach Kalkutta fahren. Warum sagen Sie also nicht die Wahrheit?"
In der Jauchegrube
...und manchmal wird sie durch Lügen enthüllt...
Ein Betrunkener, der nachts unterwegs war, fiel in eine Jauchegrube. Als er immer tiefer in die flüssige Masse sank, begann er "Feuer" zu schreien.
Mehrere Passanten hörten ihn und stürzten herbei, um ihm zu helfen. Als sie ihn herausgezogen hatten, fragten sie ihn, warum er "Feuer" geschrien habe, obwohl doch nichts gebrannt hatte.
Er gab ihnen die Antwort: "Wäre einer von Ihnen zu Hilfe gekommen, wenn ich ´Scheiße´ geschrien hätte?"
Glück gehabt!
Haben Sie je daran gedacht, daß Ihr Guru Ihnen vielleicht die Heilung von einer Krankheit versprechen könnte, die er selbst verursacht hat?
"Gott sei Dank hatten wir ein Maultier zum Picknick mitgenommen, denn als ein Junge sich verletzte, konnten wir ihn auf dem Maultier zurücktransportieren."
"Wie verletzte er sich?"
"Das Maultier versetzte ihm einen Tritt."
Rebhühner für einen Richter
Zwei Jäger hatten eine Klage gegeneinander auszufechten. Einer fragte seinen Rechtsanwalt, ob es nicht eine gute Idee wäre, dem Richter ein Paar Rebhühner zu schicken. Der Rechtsanwalt war entsetzt: "Dieser Richter ist stolz auf seine Unbestechlichkeit", sagte er, "eine solche Geste hätte genau die gegenteilige Wirkung der von Ihnen beabsichtigten."
Nachdem der Prozess vorüber - und gewonnen - war, lud der Mann seinen Rechtsanwalt zum Essen ein und dankte ihm für den Rat hinsichtlich der Rebhühner.
"Wissen Sie", sagte er, "ich habe sie dem Richter doch geschickt - im Namen unseres Gegners."
Moralische Empörung kann genauso blind machen wie Korruption.
Fachkundig
Irgendwann in den dreißiger Jahren exportierte eine Maschinenfabrik eine Maschine nach Japan.
Einen Monat später erhielt das Unternehmen ein Telegramm: MASCHINE FUNKTIONIERT NICHT: BITTE ZWECKS REGELUNG JEMANDEN SCHICKEN.
Die Firma schickte einen Mann nach Japan. Ehe er überhaupt Gelegenheit bekam, die Maschine zu überprüfen, erhielt das amerikanische Unternehmen ein zweites Telegramm: MANN ZU JUNG, BITTE ÄLTEREN SCHICKEN.
Die Antwort der Firma lautete: VORSCHLAGEN IHN EINZUSETZEN. ER IST ERFINDER DER MASCHINE.
Ich bekenne mich schuldig
"Angeklagter", sagte der Großinquisitor, "Ihnen wird vorgeworfen, Menschen ermutigt zu haben, Gesetze, Traditionen und Regeln unserer heiligen Religion zu brechen. Was haben Sie dazu zu sagen?"
"Ich bekenne mich schuldig, Euer Ehren."
"Sie werden beschuldigt, des öfteren in Gesellschaft von Ketzern, Prostituierten, gemeinen Sündern, wucherischen Steuereinnehmern, den kolonialen Eroberern unseres Volkes, kurz, dem Abschaum der Gesellschaft gesehen worden zu sein. Was sagen Sie dazu?"
"Ich bekenne mich schuldig, Euer Ehren."
"Man wirft Ihnen vor, öffentlich jene kritisiert und gebrandmarkt zu haben, die in der Kirche Gottes an oberste Stelle gesetzt wurden. Was sagen Sie dazu?"
"Schuldig, Euer Ehren."
"Schließlich sind Sie angeklagt, die heiligen Lehrsätze unseres Glaubens revidieren, korrigieren und in Frage stellen zu wollen. Was sagen Sie dazu?"
"Ich bekenne mich schuldig, Euer Ehren."
"Wie heißen Sie, Gefangener?"
"Jesus, Euer Ehren."
Als ein Schüler anmahnte, die geistliche Lehre des Meisters müsse auf den heutigen Stand gebracht werden, lachte der Meister laut auf. Dann erzählte er die Geschichte von einem Studenten, der sich in einer Buchhandlung beschwerte:
"Haben Sie keine neueren Bücher über Anatomie? Diese hier sind doch mindestens zehn Jahre alt."
Sagte der Buchhändler: "In den letzten zehn Jahren kamen zum menschlichen Skelett keine neuen Knochen hinzu, mein Lieber."
Ein junger Manager rief eines Tages seinen Auslandsvertreter an und sagte kurz angebunden: "Ich rufe an, weil ich Anweisungen geben will. Der Anruf wird nur drei Minuten dauern. Ich werde sprechen und bitte Sie, nicht zu unterbrechen. Irgendwelche Anmerkungen dazu oder Fragen kabeln Sie bitte später."
Dann begann er, seine Anweisungen durchzugeben. Er tat das so schnell, dass er schon vor der Zeit fertig war. "Wir haben noch zwanzig Sekunden übrig", sagte er dem Mann am anderen Ende. "Haben Sie etwas dazu zu sagen?"
"Ja", kam die Antwort, "Sie haben so schnell gesprochen, dass ich nicht ein Wort verstehen konnte."
Eine sehr religiös eingestellte alte Dame hatte an allen bestehenden Religionen etwas auszusetzen, also gründete sie eine eigene.
Eines Tages sagte ein Reporter zu ihr, der sich wirklich bemühte, ihre Ansicht zu verstehen: "Glauben Sie wirklich, wie man behauptet, daß niemand in den Himmel kommen wird außer Ihnen und Ihrem Hausmädchen?"
Die alte Dame dachte über die Frage nach und erwiderte dann: "Bei Mary bin ich nicht so sicher."
Hofetz Chaim
Im vorigen Jahrhundert besuchte ein Tourist aus den Vereinigten Staaten den berühmten polnischen Rabbi Hofetz Chaim.
Erstaunt sah er, dass der Rabbi nur in einem einfachen Zimmer voller Bücher wohnte. Das einzige Mobiliar waren ein Tisch und eine Bank.
"Rabbi, wo sind Ihre Möbel?" fragte der Tourist.
"Wo sind Ihre?" erwiderte Hofetz.
"Meine? Aber ich bin nur zu Besuch hier. Ich bin nur auf der Durchreise", sagte der Amerikaner.
"Genau wie ich", sagte der Rabbi.
Wenn ein Mensch beginnt, tiefer nach innen zu leben, lebt er einfacher nach außen. Aber leider bringt einfaches Leben nicht zwangsläufig Tiefe mit sich.
Villkommen!
Was Prediger und Priester anging, schärfte der Meister den Leuten ein,
auf
Kompetenz zu achten und nicht auf Ansprüche.
Zwei Touristen, erzählte er, waren im Anflug auf Honolulu und
diskutierten
darüber, wie "Hawaii" richtig auszusprechen sei. Der eine sagte, man
müsse es
mehr mit einem w aussprechen, der andere mehr mit einem
v; wie
Havaii.
Gleich nachdem sie gelandet waren, wandten sie sich an einen
Einheimischen.
"Aloha! Wie sprechen die Leute den Namen der Insel aus: Hawaii oder
Havaii?"
"Havaii", sagte der Einheimische.
"Vielen Dank für Ihre Auskunft!"
"Vunderbar, villkommen auf unserer Insel, ihr beide", sagte der
Einheimische.
Erfahrung
Der Präsident einer angesehenen Universität, der von des Meisters mystischer Einsicht überzeugt war, wollte ihn zum Direktor der Theologischen Fakultät machen.
Er unterbreitete diesen Vorschlag dem begabtesten Schüler. Der Schüler sagte: "Dem Meister kommt es darauf an, erleuchtet zu sein und nicht Erleuchtung zu lehren."
"Wäre er deswegen ungeeignet, Direktor der Theologischen Fakultät zu sein?"
"Im gleichen Maße wie ein Elefant ungeeignet wäre, Direktor der Zoologischen Fakultät zu sein."
Echtheit
Der Meister ließ sich nie von Diplomen und Examen beeindrucken. Er prüfte den Menschen, nicht das Zeugnis.
Man hörte ihn einmal sagen: "Wenn ihr Ohren habt, einen Vogel singen zu hören, braucht ihr seine Referenzen nicht anzusehen."
Gelassenheit
"Gibt es Wege, die eigene geistige Stärke zu messen?"
"Viele."
"Nennt uns einen."
"Findet heraus, wie oft ihr euch im Laufe eines einzigen Tages aufregt."
Unbekümmertheit
Der Meister bestand stets darauf, daß wir aus eigenem Antrieb lernen und uns weiterbilden sollten und uns nicht so sehr auf Weisungen anderer verlassen. Das habe natürlich seine Grenzen, so z. Bsp. wenn ein gescheiter junger Bursche überzeugt ist, Drogen seien ein Weg zur Mystik und man müsse eben "das Risiko eingehen, denn lernen könne man nur durch Ausprobieren".
Das veranlaßte den Meister, die alte Geschichte von Nagel und Schraube zu erzählen.
"Es gibt eine Möglichkeit, herauszufinden, ob man für ein Brett einen Nagel oder eine Schraube braucht: man schlage den Nagel ein, wenn das Brett zersplittert, weiß man, daß eine Schraube am Platz gewesen wäre."
Anspielung
Der Meister behauptete, er habe ein Buch, das alles enthielt, was man überhaupt von Gott wissen könnte.
Keiner hatte je das Buch gesehen, bis ein zu Besuch weilender Gelehrter mit seinen Bitten nicht nachließ und es dem Meister abrang. Er nahm es mit nach Hause und schlug es ungeduldig auf, um festzustellen, daß alle Seiten leer waren.
"Aber das Buch sagt ja gar nichts", jammerte der Gelehrte.
"Ich weiß", sagte der Meister befriedigt, "aber bedenkt, wieviel es andeutet!"
Frustration
Die Schüler konnten die scheinbar willkürliche Art nicht verstehen, in der einige Leute als Schüler angenommen und andere zurückgewiesen wurden.
Eines Tages bekamen sie einen Hinweis, als sie den Meister sagen hörten: "Versucht nicht, einem Schwein das Singen beizubringen. Ihr verschwendet eure Zeit, und das Schwein ärgert sich."
Untauglichkeit
Der Meister pflegte zu behaupten, Wort und Begriff ´Gott´ seien letzten Endes das Hindernis, daß wir Gott nicht erreichten.
Der örtliche Priester wurde darüber so wütend, daß er beleidigt zum Meister kam, um die Angelegenheit auszudiskutieren.
"Aber das Wort ´Gott´ kann uns doch wohl zu Gott hinführen?" sagte der Priester.
"Das kann es", sagte der Meister ruhig.
"Wie kann etwas helfen und doch Hindernis sein?"
Sagte der Meister: "Der Esel, der dich bis zur Tür bringt, taugt nicht, dich in das Innere des Hauses zu transportieren."
Manipulation
Der Meister hörte geduldig die Klagen einer Frau über ihren Mann an.
Schließlich sagte er: "Eure Ehe wäre glücklicher, meine Liebe, wenn du eine bessere Ehefrau wärest."
"Und wie könnte ich das sein?"
"Indem du dich nicht länger anstrengst, ihn zu einem besseren Ehemann zu machen."
Verstehen
"Jedes Wort, jedes Bild, das man für Gott gebraucht, dient eher der Verzerrung als einer Beschreibung."
"Wie spricht man also von Gott?"
"Durch Schweigen."
"Warum sprecht ihr dann in Worten?"
Darüber lachte der Meister lauthals. Er sagte: "Wenn ich spreche, mein Lieber, darfst du nicht auf die Worte hören. Höre auf das Schweigen."
Ernsthaft erkrankt
Der Meister legte seinen Schülern dar, daß Erleuchtung dann eintritt, wenn sie das nicht-deutende Sehen erlangt hätten.
Die Schüler wollten nun wissen, was deutendes Sehen sei. Der Meister erklärte es ihnen so:
Ein paar katholische Straßenarbeiter waren an einer Baustelle nicht weit weg von einem Bordell beschäftigt, als sie einen Rabbi in dem nicht gerade angesehenen Haus verschwinden sahen.
"Na ja, was kann man schon erwarten?" tuschelten sie einander zu.
Nach einer Weile schlüpfte ein Pastor durch die Tür. Nicht Überraschendes. "Was kann man schon erwarten?"
Daraufhin kam der katholische Pfarrer, der sein Gesicht mit dem Mantel bedeckte, bevor er in dem Haus verschwand. "Ist das nicht schrecklich? Eines dieser Mädchen muß ernsthaft erkrankt sein."
Mißverstanden
"Wenn du über die Wirklichkeit sprichst", sagte der Meister, "bist du versucht, das Nichtsagbare in Worte zu fassen, die mit Sicherheit mißverstanden werden. Daher werden Leute, die diesen Ausdruck der Wirklichkeit, welche ´die Schriften´ genannt werden, lesen, töricht und grausam, wenn sie nicht mehr ihrem gesunden Menschenverstand folgen, sondern sich an das halten, was ihnen ihre Schriften vermeintlich sagen." Der Meister hatte ein perfektes Beispiel bei der Hand, mit dem er dies verdeutlichen konnte.
"Ein Dorfschmied fand einen Lehrling, der bereit war, hart zu arbeiten bei geringer Bezahlung. Ohne lange Umschweife ging der Schmied mit dem jungen Burschen an die Arbeit und erklärte ihm: ´Wenn ich das Eisen aus dem Feuer nehme, werde ich es auf den Amboß legen, und sobald ich mit dem Kopf nicke, schlägst du mit dem Hammer drauf.´ Der Lehrling tat genau, was er meinte, daß ihm gesagt worden sei. Und am nächsten Tag war er der Dorfschmied."
Man kann es nie wissen
Der Meister und ein Schüler begegneten unterwegs einem Blinden, der am Straßenrand saß und bettelte. Sagte der Meister: "Gib dem Mann ein Almosen!"
Der Schüler warf eine Münze in den Hut des Bettlers.
Sagte der Meister: "Du hättest deinen Hut ziehen sollen als Zeichen des Respekts."
"Warum?" wollte der Schüler wissen.
"Man sollte es immer tun, wenn man ein Almosen gibt."
"Aber der Mann war doch blind!"
"Man kann es nie wissen", erwiderte der Meister, "vielleicht war er ein Schwindler."
Das Gesetz
"Das Gesetz ist ein Ausdruck von Gottes heiligem Willen und muß als solches in Ehren gehalten werden", führte der Prediger gottesfürchtig aus.
"Blödsinn", sagte der Meister. "Das Gesetz ist ein notwendiges Übel und muß als solches auf das Mindestmaß beschränkt werden. Zeige mir einen Gesetzesliebhaber, dann zeige ich dir einen schafsköpfigen Tyrannen."
Er erzählte einmal von seiner Schwester, die das Schieben des Kinderwagens, in dem ihre kleine Tochter lag, ermüdend fand und deshalb einen Motor daran anbringen ließ. Daraufhin schritt die Polizei ein. Als erstes wurde eingewendet, daß der motorgetriebene Kinderwagen drei Meilen in der Stunde zurücklegen könnte und deshalb als "Kraftfahrzeug" einzustufen sei, weshalb die Mutter für Nummernschilder, Beleuchtung und Bremsen sorgen müßte und, als Krönung des Ganzen, einen Führerschein bräuchte.
Programmiert
Der Meister hielt den Menschen immer wieder ihre roboterhafte Lebensweise vor Augen: "Wie kannst du dich Mensch nennen, wenn jedes Denken, jedes Fühlen und Handeln mechanisch vor sich geht und nicht aus dir selbst kommt, sondern deiner Beeinflussung oder deinem Programmiert-Sein entspringt?"
"Kann etwas dieses Programmiert-Sein durchbrechen und uns davon loslösen?" fragte ein Schüler.
"Ja, Bewußtheit."
Und nach kurzem Nachdenken fügte er hinzu: "Und eine Katastrophe."
"Eine Katastrophe?"
"Ja. Ein sehr englischer Engländer erzählte mir einmal, daß er nach einem Schiffsbruch mitten im Ozean mit einem anderen Engländer eine ganze Stunde lang im Meer geschwommen war, bis es ihm endlich gelang, sich von seinem Programmiert-Sein zu befreien und zu sprechen, ohne vorgestellt zu sein!"
"Was sagte er?"
"Er sagte: ´Entschuldigen Sie, daß ich Sie so anspreche, ohne vorgestellt worden zu sein, aber ist das die Richtung nach Southhampton?´"
Kein Zeichen
Um die Tatsache anschaulich zu machen, daß es einfach keine befriedigende Symbole für Gott gibt, erzählte der Meister, wie seine Frau ihn einmal im Auto durch eine sehr belebte Straße der Stadt fuhr.
Dabei stieß sie mit einem entgegenkommenden Auto zusammen. Der Fahrer drehte das Fenster herunter und brüllte: "Konnten Sie kein Zeichen geben für das, was Sie vorhatten?"
Darauf erwiderte die Frau trotzig: "Es gibt kein Zeichen für das, was ich vorhatte."
Echte Würde wird nicht durch Mißachtung gemindert.
Die Majestät der Niagara-Fälle wird nicht geringer, wenn man hineinspuckt.
Vermutungen
Einige Jäger charterten ein Flugzeug, das sie in ein Waldgebiet bringen sollte. Nach zwei Wochen kam der Pilot, um sie wieder abzuholen. Er warf einen Blick auf die erlegten Tiere und sagte: "Diese Maschine kann nicht mehr als einen Büffel transportieren. Die anderen müssen Sie zurücklassen."
"Aber im letzten Jahr erlaubte uns der Pilot, zwei Tiere in einer Maschine von dieser Größe mitzunehmen", protestierten die Jäger.
Der Pilot war skeptisch, sagte aber schließlich: "Wenn Sie es voriges Jahr so gemacht haben, können wir es vermutlich wieder tun."
Also hob die Maschine ab mit den drei Männern und zwei Büffeln an Bord. Doch sie konnte keine Höhe gewinnen und prallte gegen einen naheliegenden Berg. Die Männer kletterten heraus und blickten sich um. Ein Jäger sagte zu dem anderen: "Wo glaubst du, sind wir?" Der andere sah prüfend in die Runde und erwiderte: "Ich glaube, wir befinden uns ungefähr zwei Meilen südlich von der Stelle, an der wir im letzten Jahr abgestürzt sind."
Der Hippie mit einem Schuh
Ein Mann stieg in einen Bus und kam neben einem jungen Mann zu sitzen, der offensichtlich ein Hippie war. Er hatte nur einen Schuh an.
"Du hast wohl einen Schuh verloren, mein Junge."
"Nein, guter Mann", lautete die Antwort, "ich habe einen gefunden."
Wenn mir etwas klar ist, braucht es nicht unbedingt wahr zu sein.
Großmutters Schweigen
Großvater und Großmutter hatten sich gezankt, und Großmutter war so wütend, daß sie nicht mehr mit ihrem Mann sprach.
Am nächsten Tag hatte Großvater den ganzen Streit vergessen, aber Großmutter übersah ihn geflissentlich und machte den Mund nicht auf. Großvater konnte tun, was er wollte, nichts vermochte sie aus ihrem mißmutigen Schweigen zu reißen.
Schließlich begann er, in Schränken und Schubladen herumzuwühlen. Nach einigen Minuten konnte Großmutter es nicht mehr aushalten. "Was um Himmels willen suchst du denn?" fragte sie ärgerlich.
"Gelobt sei Gott, ich habe es gefunden", sagte der Großvater mit verschmitztem Lächeln: "Deine Stimme."
Dankend abgelehnt
Ein einflußreicher britischer Politiker drängte Disraeli immer wieder, ihm die Baronswürde zu verleihen. Der Premierminister sah keine Möglichkeit, den Wunsch des Mannes zu erfüllen, aber es gelang ihm, ihn abzuweisen, ohne seine Gefühle zu verletzen. Er sagte: "Es tut mir leid, Ihnen die Baronswürde nicht verleihen zu können, aber ich kann Ihnen etwas besseres geben: Sie können Ihren Freunden berichten, ich hätte Ihnen diese Würde angeboten, aber Sie haben sie abgelehnt."
Starke Worte
Ein Mann war zum Fischfang in den nördlichen Bergen unterwegs. Eines Tages begann ihm sein Bergführer Anekdoten vom Bischof zu erzählen, den er im letzten Sommer geführt hatte.
"Doch", sagte der Führer, "er ist ein guter Mann, wenn man von seiner Redeweise absieht."
"Wollen Sie damit sagen, daß der Bischof fluchte?" fragte der Mann.
"Aber natürlich, Sir", antwortete der Führer. "Einmal fing er einen prächtigen Lachs. Gerade als er ihn an Land ziehen wollte, riß er sich vom Haken los. Ich sagte zu dem Bischof: ´Verdammtes Pech ist das!´ Der Bischof sieht mich darauf an und sagt: ´Ja, das ist es wirklich.´ Aber das war auch das einzige Mal, daß er solch starke Worte brauchte."
Mutter oder Freundin
Eine Frau fühlte sich tief verletzt durch das Benehmen ihres fünfzehn Jahre alten Sohnes. Immer wenn sie zusammen ausgingen, lief er vor ihr her. Schämte er sich ihrer? Eines Tages fragte sie ihn.
"Aber nein, Mama, bestimmt nicht", lautete seine verlegene Antwort. "Du siehst jedoch so jung aus, daß ich fürchte, meine Freunde könnten denken, ich hätte eine neue Freundin."
Ihr Kummer war verflogen wie durch Zauberhand.
Sokrates auf dem Marktplatz
Als echter Philosoph, der er war, glaubte Sokrates, ein weiser Mensch würde instinktiv ein einfaches Leben führen. Er selbst pflegte noch nicht einmal Schuhe zu tragen. Und doch fühlte er sich immer wieder vom Marktplatz angezogen und besuchte ihn oft, um die dort angebotenen Waren zu betrachten.
Als einer seiner Freunde ihn fragte, warum er das täte, sagte Sokrates: "Ich gehe gerne hin, um festzustellen, wie viele Dinge es gibt, ohne die ich phantastisch auskomme."
Spiritualität bedeutet nicht, zu wissen, was man braucht, sondern einzusehen, was man nicht braucht.
Frauen - kein Thema
Ein Reporter sollte vom Mann auf der Straße erkunden, was er von der modernen Frau hält. Die erste Person, die er traf, war ein Mann, der gerade seinen 103. Geburtstag gefeiert hatte.
"Ich fürchte, ich kann Ihnen nicht weiterhelfen", sagte der alte Mann bedauernd. "Vor ungefähr zwei Jahren habe ich aufgegeben, über Frauen nachzudenken."
Woher kommt Arthritis?
Das Gespräch ist der Lebensnerv einer Beziehung, aber der Hindernisse gibt es viele, und nur wenige können sie überwinden.
Viel wäre schon gewonnen, wenn wir weniger redeten und mehr zuhörten...
Der ortsbekannte Trinker schwankte mit einer Zeitung in der Hand auf den Pfarrer zu und grüßte ihn höflich. Der Pfarrer, ärgerlich, weil der Mann leicht betrunken war, übersah den Gruß.
Der verfolgte jedoch etwas Bestimmtes. "Entschuldigen Sie, Father", sagte er, "könnten Sie mir sagen, wodurch Arthritis hervorgerufen wird?" Der Pfarrer wußte das auch nicht.
Aber als der Mann die Frage wiederholte, wandte sich der Pfarrer ihm ungeduldig zu und sagte: "Trinken verursacht Arthritis, genau das! Glücksspiel verursacht Arthritis! Leichten Frauen hinterherlaufen verursacht Arthritis..." Und erst jetzt, zu spät, fügte er hinzu: "Warum haben Sie gefragt?"
"Weil in der Zeitung steht, daß der Papst Arthritis hat!"
... und nicht die Antwort schon parat haben, noch ehe wir die Frage kennen...
Regen bestellt
...oder annehmen, wir wüßten, worüber der andere spricht
Ein Ladenbesitzer hörte einen seiner Verkäufer zu einer Kundin sagen: "Nein, Madam, seit einigen Wochen haben wir schon keinen mehr gehabt, und es sieht auch nicht danach aus, als wenn wir ihn bald bekämen."
Entsetzt über diese Worte stürzte er zu der hinausgehenden Kundin und sagte: "Das stimmt nicht, Madam. Bestimmt werden wir ihn bald bekommen. Tatsächlich haben wir ihn schon vor einigen Wochen bestellt."
Dann nahm er den Verkäufer beiseite und knurrte: "Nie, nie, niemals dürfen Sie sagen, daß wir etwas nicht haben. Wenn wir es nicht haben, sagen Sie, wir hätten es bestellt und es sei unterwegs. Was wollte Sie eigentlich?"
"Regen", sagte der Verkäufer.
...oder den Worten des anderen unsere Bedeutung unterlegen
Zuhören können
Frau zum Ehemann, der in die Zeitung vertieft ist: "Du brauchst nicht immer weiter ´Hm, hm´ zu sagen. Ich habe schon vor zehn Minuten aufgehört zu sprechen."
Der Zug hält sonnabends nicht
Ein Pendler sprang in New York auf einen Zug und sagte dem Schaffner, er fahre nach Fordham. "Sonnabends halten wir nicht in Fordham", sagte der Schaffner, "aber hören Sie zu. Wenn wir in Fordham die Fahrt verlangsamen, werde ich Ihnen die Tür öffnen, und Sie können hinausspringen. Aber achten Sie darauf, zunächst ein Stück in Fahrtrichtung mitzulaufen, oder Sie fallen platt aufs Gesicht."
In Fordham ging die Tür auf, und der Pendler, der abspring, lief vorwärts. Ein anderer Schaffner weiter hinten im Zug, der ihn erblickte, machte die Tür auf und zog ihn in den Zug, als dieser wieder schneller fuhr. "Da haben Sie aber Glück gehabt, Kumpel", sagte der Schaffner. "Dieser Zug hält sonnabends nämlich nicht in Fordham."
In den eigenen bescheidenen Grenzen kann man Menschen am besten helfen, wenn man ihnen aus dem Weg geht.
Dinge zu erledigen ist eine Kunst. Aber sie unerledigt liegen zu lassen ist auch eine Kunst.
Zu den "Fünf Glocken"
Es war einmal ein Gasthaus, das hieß "SILBERSTERN". Der Gastwirt kam auf keinen grünen Zweig, obgleich er alles tat, Gäste zu gewinnen: Er richtete das Haus gemütlich ein, sorgte für eine freundliche Bedienung und hielt die Preise in vernünftigen Grenzen. In seiner Verzweiflung fragte er einen Weisen um Rat.
Als er die jammervolle Geschichte des anderen gehört hatte, sagte der Weise: "Es ist sehr einfach. Du mußt den Namen deines Gasthauses ändern.
"Unmöglich!" sagte der Gastwirt. "Seit Generationen heißt es 'SILBERSTERN' und ist unter diesem Namen im ganzen Land bekannt.
"Nein", sagte der Weise bestimmt, "Du mußt es nun 'DIE FÜNF GLOCKEN' nennen und über dem Eingang sechs Glocken aufhängen."
"Sechs Glocken?" Das ist doch absurd. Was soll das bewirken?"
"Versuch es einmal, und sieh selbst", sagte der Weise lächelnd.
Also machte der Gastwirt einen Versuch, und folgendes geschah: Jeder Reisende, der an dem Gasthaus vorbeikam, ging hinein, um auf den Fehler aufmerksam zu machen, jeder in dem Glauben, außer ihm habe ihn noch keiner bemerkt. Und wenn sie erst einmal in der Gaststube waren, waren sie beeindruckt von der freundlichen Bedienung und blieben da, um eine Erfrischung zu bestellen. Und das war die Chance, auf die der Wirt so lange gewartet hatte.
Nichts entzückt das eigene Ich mehr, als die Fehler anderer korrigieren zu können.
Ich kenne eine Geschichte von einem kleinen Jungen, der Johnny hieß und wie man sagte, geistig zurückgeblieben war. Aber offensichtlich war er es doch nicht, wie folgende Geschichte zeigt.
Johnny ging in eine Modelliergruppe einer Sonderschule. Dort bekam er ein Stück Knetmasse und fing an, es zu formen. Er nahm ein Stückchen, ging in eine Ecke des Zimmers und spielte dort damit. Die Lehrerin ging zu ihm und sagte: „Hallo Johnny.“
„Hallo.“
„Was hast du denn in deiner Hand?“
Darauf sagte Johnny: „Das ist ein Stück Kuhfladen.“
Die Lehrerin fragte weiter: „Was willst du denn damit machen?“
„Ich mache eine Lehrerin.“
Die Lehrerin dachte sich: „Mit dem kleinen Johnny ist es wieder schlimmer geworden.“ Sie rief den Rektor, der gerade an der Tür vorbeiging, und sagte: „Mit Johnny ist es schlimmer geworden.“
So ging der Schulleiter zu Johnny und sagte: „Hallo, mein Junge.“
„Hallo!“
„Was hast du denn in deiner Hand?“
„Ein Stück Kuhfladen.“
„Was willst du denn damit machen?“
„Einen Rektor“, war die Antwort.“
Der Rektor war überzeugt, dass es sich hier um einen Fall für den Schulpsychologen handelte und sagte zur Lehrerin: „Lassen Sie den Psychologen kommen!“
Der Psychologe war ein schlauer Bursche. Er ging zu dem Jungen und sagte: „Ich weiß, was du in deiner Hand hast.“
„Was denn?“
„Ein Stück Kuhfladen.“
„Richtig.“
„Und ich weiß auch, was du daraus machst.“
„Was denn?“
„Einen Psychologen.“
„Falsch! Dafür reicht er nicht!“
Und diesen Jungen hielt man für geistig zurückgeblieben!
Kennen Sie die Geschichte vom Rechtsanwalt, dem der Klempner eine Rechnung ausgestellt hat? Er sagte zum Klempner: „Also hören Sie mal, Sie verlangen 200,- Mark für die Stunde. Soviel verdiene ich ja als Rechtsanwalt nicht.“
Darauf antwortete der Klempner: „Als ich noch Rechtsanwalt war, habe ich das auch nicht verdient!“
Kompetente Auskunft
Mein Tempelpriester sagt mir, daß der Tempel für mich der einzige Ort ist, um zu Gott zu beten. Was sagst du dazu?
„Dein Tempelpriester ist nicht die richtige Person, die du hier um Rat fragen solltest“, erwiderte der Meister.
„Aber er ist doch Experte, oder nicht?“
Darauf erzählte der Meister von einem Erlebnis, das er auf einer Reise im Ausland hatte: Als er in seinen zwei von zu Hause mitgebrachten Reiseführern blätterte, musterte sie sein Fremdenführer mit finsterer Miene und deutete dann auf das eine Buch: „Das da sehr schlechter Reiseführer, anderes Buch besser.“
„Warum? Enthält dieses mehr Informationen?“
Der Fremdenführer schüttelte den Kopf: „Dieses Buch sagt, Fremdenführer fünf Dollar geben, anderes sagt fünfzig Cent.“
Was tun?
„Gibt es wirklich nichts, womit Erleuchtung zu erlangen ist?“
„Schon“, sagte der Meister scherzhaft, „du kannst es wie die alte Frau machen, die sich gegen die Waggonwand stemmte, um die Geschwindigkeit des Zuges zu beschleunigen.“
Wir haben alle unsere Standpunkte, oder? Von diesen Standpunkten aus hören wir den anderen zu: "Hast du dich aber verändert, Henry! Du warst doch immer so groß, und jetzt kommst du mir so klein vor. Du warst doch immer so stattlich, und jetzt erscheinst du mir so schmal. Du warst doch immer so blaß, und jetzt bist du so braun. Was ist mit dir los, Henry?" Und Henry sagt: "Ich heiße gar nicht Henry, ich heiße John." - "Ach, deinen Namen hast du auch geändert!" - Wie will man solch einen Menschen zum Zuhören bekommen?
Noch mehr Worte
Von Mark Twain stammt der schöne Satz: "Es war sehr kalt, und wäre das Thermometer noch ein paar Zentimeter länger gewesen, wären wir erfroren."
Wir erfrieren an Wörtern. Nicht die Kälte draußen spielt eine Rolle, sondern das Thermometer. Nicht die Realität fällt ins Gewicht, sondern was man sich selbst über sie sagt.
Die Religion der alten Dame
Eine sehr religiös eingestellte alte Dame hatte an allen bestehenden Religionen etwas auszusetzen, also gründete sie eine eigene.
Eines Tages sagte ein Reporter zu ihr, der sich wirklich bemühte, ihre Ansicht zu verstehen: "Glauben Sie wirklich, wie man behauptet, daß niemand in den Himmel kommen wird außer Ihnen und Ihrem Hausmädchen?"
Die alte Dame dachte über die Frage nach und erwiderte dann: "Bei Mary bin ich nicht so sicher."
Auf der falschen Seite
Onkel Joe war übers Wochenende zu Besuch gekommen. Klein Jimmy war überglücklich, daß sein großer Held sein Zimmer und sein Bett teilen würde.
Kaum war das Licht gelöscht, fiel Jimmy etwas ein. "O je", rief er, "beinahe hätte ich was vergessen."
Er sprang aus dem Bett und kniete sich daneben hin. Da er dem Bürschlein kein schlechtes Beispiel geben wollte, hievte sich Onkel Joe aus dem Bett und kniete auf der anderen Seite nieder.
"Du", flüsterte Jimmy erschrocken: "Wenn Mama das morgen sieht, bist du dran! Der Nachttopf ist auf dieser Seite."
Von einem Heiligen wurde erzählt, daß er jedesmal, wenn er fortging, um seinen religiösen Pflichten nachzukommen, zu sagen pflegte : „Und nun, Herr, auf Wiedersehen ! Ich gehe in die Kirche.“
Heimkehr
„Es gibt drei Stufen in der geistigen Entwicklung eines Menschen“, sagte der Meister. „Die sinnliche, die geistige und die göttliche.“
„Was versteht man unter sinnlicher Stufe?“ fragten die interessierten Schüler.
„Das ist die Stufe, auf der Bäume als Bäume und Berge als Berge angeschaut werden.“
„Und die geistige?“
„Auf ihr sieht man tiefer in die Dinge hinein; dann sind Bäume nicht mehr Bäume und Berge nicht länger Berge.“
„Und die göttliche?“
„Nun, das ist die Erleuchtung“, sagte der Meister mit einem leisen Lächeln, „wenn Bäume wieder zu Bäumen und Berge wieder zu Bergen werden“.
Ein alter Mann konnte stundenlang still in der Kirche sitzen. Eines Tages fragte ihn ein Priester, worüber Gott mit ihm spräche.
„Gott spricht nicht. Er hört nur zu“, war die Antwort.
„Was redest du dann mit ihm?“
„Ich spreche auch nicht. Ich höre nur zu.“